27.09.2013 |  Studie

Umfrage von Rochus Mummert: Jeder zweite Vorgesetzte wird im Streit persönlich

Nur jedes dritte Unternehmen hat Standards zur Lösung von Konflikten etabliert, dies hat die Personalberatung Rochus Mummert bei einer Befragung von HR-Führungskräften und 1.000 Arbeitnehmern herausgefunden.

Konflikte am Arbeitsplatz lassen sich nicht immer vermeiden. Den meisten Unternehmen fehlt es jedoch an strukturierten Prozessen, um Konflikte konstruktiv und professionell zu lösen, so das Ergebnis der Studie „Einfluss des HR-Managements auf den Unternehmenserfolg“ von Rochus Mummert. Das Fehlen von Standards hat fatale Folgen für den Unternehmenserfolg: 90 Prozent der befragten Unternehmen beklagen Produktivitätseinbußen.

Eine Unternehmenskultur, in der Diskussionen und abweichende Meinungen erwünscht sind, ist laut der Studie in den wenigsten Unternehmen verbreitet. In vielen Fällen wird es bei Konflikten zudem persönlich: Fast jeder zweite Vorgesetzte verlässt bei Auseinandersetzungen die Sachebene. Als Hauptursachen für Streitigkeiten wurden unklare Anweisungen von Vorgesetzten und Diskussionen um die Arbeitszeit genannt. 

Die Studie warnt vor negativen Auswirkungen auf die Arbeitgeberattraktivität der Unternehmen. Insbesondere jüngere Arbeitnehmer der „Generation Y“ wünschen sich ein offenes, wertschätzendes Klima und sind zu einem schnellen Wechsel des Arbeitgebers bereit, wenn ihnen die Kultur nicht zusagt. Um in Zeiten des Fach- und Führungskräftemangels für Leistungsträger attraktiv zu sein, müssen Unternehmen ihre Führungs- und Leistungskultur neu definieren, so das Fazit der Studie.