08.05.2014 |  Studie

Studie von Strategy&: CEOs im deutschsprachigen Raum sitzen fester im Sattel

Laut einer neuen Studie der Managementberatung Strategy& waren deutsche Vorstandsetagen auch 2013 im internationalen Vergleich ein Hort der Stabilität. Im deutschsprachigen Raum mussten erneut weltweit die wenigsten CEOs ihren Posten räumen. Lediglich 19 Prozent schieden zudem ungeplant beziehungsweise unfreiwillig aus ihrem Amt.

Zwar ging die Wechselquote in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkte geringfügig nach oben auf 12,3 Prozent. Sie lag jedoch weiterhin unter dem weltweiten Mittel von 14,4 Prozent. Regional herrschen größere Unterschiede. Am schnellsten drehte sich das Personalkarussell in den aufstrebenden Märkten Brasilien, Russland und Indien, wo 21 Prozent aller CEOs ihren Job verloren. Auch Japan und China nahmen an Fahrt auf mit 15 Prozent beziehungsweise 16,9 Prozent.

Die durchschnittliche Verweildauer war im deutschsprachigen Raum mit 6,8 Jahren ebenfalls deutlich länger als der weltweite Wert von fünf Jahren. Das Durchschnittsalter der ausscheidenden CEOs lag bei 57 Jahren, zwei Jahre unter dem Wert des Vorjahres. Das sind die zentralen Ergebnisse der „2013 Chief Executive Study“ der internationalen Managementberatung Strategy&, die vor kurzem aus dem Zusammenschluss von Booz & Company und dem PwC-Netzwerk hervorgegangen ist. Für die Studie wurden sowohl die jährlichen als auch die langfristigen Veränderungen in den Vorstandsetagen der 2.500 weltweit größten börsennotierten Unternehmen untersucht.

Trend zu international ausgebildeten Top-Managern mit MBA

Die Studie zeigt zudem einen Trend zu international ausgebildeten und weltweit agierenden Topmanagern. So stammen in Deutschland 38 Prozent der CEOs, die im vergangenen Jahr ihr Amt antraten, aus Ländern außerhalb des Unternehmenssitzes. Damit ist der Anteil fast doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt. Unternehmen hierzulande zeigen sich zudem offen gegenüber externen CEOs: Der Anteil von CEOs, die aus anderen Unternehmen wechseln, lag mit 27 Prozent drei Prozentpunkte über der internationalen Quote. Laut den Studienautoren zahlt sich diese Strategie aus: 2013 erzielten die von außen kommenden CEOs eine deutlich höhere Gesamtrendite als intern aufgebaute Vorstände. Ein weiterer Trend: Immer weniger CEOs haben promoviert. In Deutschland, Österreich und der Schweiz lag der Anteil 2013 nur noch bei 18 Prozent gegenüber 23 Prozent im Vorjahr. Dafür stieg der Anteil an CEOs mit MBA von 15 Prozent auf 26 Prozent.

Nach wie vor geringer Frauenanteil in Vorstandsetagen

Einen besonderen Schwerpunkt legt die Studie auf den Anteil der weiblichen Vorstandsvorsitzenden, der nach wie vorher eher gering ist. So waren weltweit nur drei Prozent der neu ernannten CEOs weiblich. Im deutschsprachigen Raum belief sich die Quote immerhin auf zehn Prozent. Beim Frauenanteil unter den Aufsichtsräten belegt Deutschland mit 14,1 Prozent weltweit nur den elften Platz.