02.12.2013 |  Studie

Studie von Roland Berger: Mittelstandsfinanzierung mit Working Capital Management

Angesichts des prognostizierten Wirtschaftswachstums und anstehender Refinanzierungen wird der Kapitalbedarf des Mittelstands in 2014 weiter steigen. Die Optimierung des Working Capital kann maßgeblich zur Deckung des mittelfristigen Finanzierungsbedarfs beitragen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie von Roland Berger und Creditreform.

Die Finanzierung von Wachstum und Innovationen, aber auch die restriktivere Vergabe von Bankkrediten, das Auslaufen von Mezzanine-Programmen und die Fälligkeit von Anleihen sorgt bei vielen mittelständischen Unternehmen für einen erhöhten Kapitalbedarf. Nachdem die Kapitalbindungsdauer nach der Wirtschafts- und Finanzkrise wieder gestiegen ist, gewinnt die Verbesserung des Working Capital als Instrument für die Innenfinanzierung jetzt erneut an Bedeutung, so die Studie „Cash for Growth“ von Roland Berger Strategy Consultants und Creditreform. 89 Prozent der Unternehmen nannten dies als wichtigstes Finanzierungsinstrument.

Wie die Auswertung von Daten über das Liquiditätsmanagement von über 2.700 Unternehmen von 2010 bis 2012 zeigt, verfügt fast jedes Unternehmen über erhebliche Optimierungspotenziale im Working Capital. Im Durchschnitt können die Unternehmen einmalig positive Liquiditätseffekte in Höhe von 15 Prozent ihres Working Capital generieren. Das entspricht einem ungenutzten Liquiditätspotenzial von 87 Milliarden Euro. Den größten Hebel zur Liquiditätsgenerierung bietet der Abbau von Vorräten (44 Prozent), gefolgt von Verbesserungen im Forderungsmanagement (35 Prozent) sowie vorteilhafteren Konditionen bei den Lieferantenverbindlichkeiten (21 Prozent).

Die Umsatzgröße ist der Roland Berger-Studie zufolge eine zentrale Einflussgröße auf das Working Capital. So binden mittelständische Unternehmen ihr Kapital gut 30 Prozent länger als Großunternehmen. Der Grund: Große Unternehmen verfügen in der Regel über ein besseres Vorräte- und Forderungsmanagement sowie längere Zahlungsziele bei Lieferanten, so die Studie. Eine weitere Erkenntnis: Schwache Bonität führt zu einer hohen Kapitalbindung.

Dazu Martin Franssen, Gründer und Geschäftsführer von interim-x.com: „Für Interim Manager mit umfassender Expertise im Bereich Refinanzierung und insbesondere im Working Capital Management bieten sich angesichts dieser Situation derzeit hervorragende Perspektiven bei mittelständischen Unternehmen. Viele Mittelständler müssen sich bereits jetzt auf anstehende Refinanzierungen vorbereiten und haben oftmals nicht die Kapazitäten sowie die dezidierte Expertise für ein solches umfassendes Projekt.“