08.05.2017 |  Studie

Studie: Honorare für Beratungsleistungen

Was kostet eigentlich eine Unternehmensberatung? Mit dieser Frage beschäftigte sich eine Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU).

Und kommt zu dem Ergebnis, dass eine einheitliche Antwort nicht möglich ist. Das Fazit: Die Tagessätze der Consultants erhöhten sich zwischen 2015 und 2016 im Schnitt um etwa 1,3 Prozent. Für 2017 wird eine ähnliche Steigerung erwartet. Insgesamt gaben die deutschen Unternehmen im Jahr 2016 stolze 29 Milliarden Euro für Beratungsleistungen aus.

Tagessätze unterscheiden sich zum Teil stark

Allerdings unterscheiden sich die tatsächlichen Honorare stark. Für einen Strategieberater in der Hierarchiestufe Consultant oder Senior Consultant differieren die Tagessätze beispielsweise zwischen 825 Euro und 1.975 Euro. Ausschlaggebend für die Höhe sind unter anderem die Projekte: Je nachdem, wie komplex oder groß das Projekt ist, unterscheidet sich das veranschlagte Honorar für die Beratungsleistungen.

Auch Spezialisierung und strategische Bedeutung des Auftrags schlagen sich in der Berechnung der Tagessätze nieder, ebenso wie die Unternehmensgröße. Für eine IT-Beratung bewegen sich die Tagessätze für Experten der Stufe Consultant oder Senior Consultant zwischen 750 und 1350 Euro. Unterschiede gibt es zwischen den Beratungsunternehmen außerdem in der Abrechnung von Nebenkosten und Reisezeiten.

Welche Unternehmen wurden befragt?

Für die Studie wurden 203 Beratungsunternehmen befragt, die nach ihrer Umsatzgröße aufgeteilt wurden. In erster Linie handelte es sich dabei um mittelgroße bis große Unternehmen mit einer Umsatzgröße ab einer Million Euro bis hin zu mehr als 50 Millionen Euro. Ein Großteil der Teilnehmer, 74 Prozent, hatte seinen Umsatzschwerpunkt in den Bereichen „Strategie“ sowie „Organisation und Prozesse“.

Weitere 15 Prozent hatten den Schwerpunkt in der IT-Beratung und weitere 11 Prozent im HR-Bereich. Zwei Drittel der Teilnehmer hatten ihre Honorarstruktur in den letzten drei Jahren angepasst, einige davon sogar mehrmals. Dies zeigt, dass die Honorare in der Consulting-Branche einem stetigen Wandel unterliegen – unabhängig von den Schwankungen der Tagessätze für verschiedene Projekte.

Abrechnung von Nebenkosten und Reisezeiten

Beinahe jedes dritte Consulting-Unternehmen berücksichtigt die Nebenkosten bereits in der Berechnung der Tagessätze, sodass diese nicht mehr separat abgerechnet und ausgewiesen werden. Bei mehr als einem Viertel der Unternehmen erfolgt die Abrechnung über eine Pauschale. Am häufigsten werden Reise- und Hotelkosten allerdings gegen Einzelnachweis abgerechnet. Bei den Reisezeiten ergibt sich ein anderes Bild: Diese werden bei zwei von drei Unternehmen bereits in den Honoraren berücksichtigt und nicht separat aufgeführt. Nur etwa jedes fünfte Consulting-Unternehmen setzt hier auf Einzelnachweise zur Abrechnung.

Insgesamt sieht die Branche die Entwicklung der Tagessätze für Beratungsleistungen positiv. BDU-Chef Ralf Strehlau erklärte in der Pressemeldung zur Studie: „Unternehmen suchen die Unterstützung durch Unternehmensberater in herausfordernden wirtschaftlichen Zeiten. Gleichzeitig sind sie bereit, leicht höhere Honorare zu akzeptieren.“ Dass Unternehmen sich der Notwendigkeit externer Beratung tatsächlich bewusst sind, zeigte beispielsweise eine Studie von Vason Bourne, der zufolge 80 Prozent der Unternehmen davon ausgehen, externe Experten für die erfolgreiche Digitalisierung zu benötigen.