17.01.2014 |  Studie

PwC: Noch Potenzial bei Wandel der Finanzfunktion in Unternehmen

Der Wandel der Finanzfunktion zum strategischen Business Partner schreitet weiter voran. Obwohl vor allem große Unternehmen das Aufgabenspektrum ihrer Finanzabteilungen bereits deutlich erweitert haben, werden die Möglichkeiten noch nicht umfassend genutzt. Zu diesem Ergebnis kommt die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in ihrer Studie „Finance effectiveness benchmark study 2013“.

Das Konzept des Business Partnering, nach dem Fachabteilungen eine aktive Rolle bei strategischen Entscheidungsprozessen einnehmen, bietet auch bei Finanzfunktionen hohes Potenzial. Der Verantwortungsbereich geht heute weit über klassische Aufgaben wie Reporting, Controlling und Treasury hinaus. Als strategischer Partner der Geschäftsführung und der Geschäftsbereiche kommt der Finanzabteilung immer mehr eine beratende Funktion zu, die einen zentralen Beitrag zur Wertsteigerung liefert. Obwohl 42 Prozent der Unternehmen die Finanzfunktion als wichtigen Teil in der Unternehmenssteuerung sehen, wird das Potenzial noch nicht voll ausgeschöpft.

Verbesserungsbedarf gibt es laut der PwC-Studie „Finance effectiveness benchmark study 2013“ insbesondere bei der Aufbereitung von Informationen für die Planung und in der Effizienz der Finanzprozesse. Nur 45 Prozent der 200 befragten Unternehmen zeigt sich mit der Qualität der Prognosen zufrieden. Die Unterstützung durch die eingesetzten IT-Systeme wird nur von sechs Prozent der Unternehmen als zufriedenstellend erachtet. Der Grund liegt unter anderem in der Heterogenität der IT-Landschaften. Nur die wenigsten Unternehmen verfügen über ein zentrales System für alle Reporting-Anforderungen. Neuerungen bei den eingesetzten Technologien wurden von den befragten Unternehmen als wesentliche Voraussetzung für eine höhere Effizienz genannt.

Der Aufwand für die Erhebung und Auswertung der Daten ist laut der Studie zwar grundsätzlich gesunken. Dennoch entfallen nach wie vor durchschnittlich zwei Drittel der Zeit auf die Erhebung der Daten und entsprechend weniger Zeit auf die Analyse. Darüber hinaus arbeiten noch 50 Prozent der Unternehmen mit Reporting-Prozessen, die auf manuell auszufüllenden Tabellen basieren.

Angesichts der erweiterten Aufgaben haben sich auch die Anforderungen an die Mitarbeiter verändert. Die Interpretation von Geschäftsdaten und die Ableitung von Handlungsempfehlungen erfordern ausgeprägte Analysefähigkeiten, strategisches Denken und eine unternehmerische Gesamtsicht. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, entsprechendes Know-how aufzubauen oder externe Spezialisten mit den erforderlichen Kompetenzen zu gewinnen. Doch diese sind knapp.

Hieraus ergeben sich interessante Perspektiven für Interim Manager, erläutert Martin Franssen, Gründer und Geschäftsführer von interim-x.com: „Die Finanzfunktion wird zunehmend zu einer komplexen Managementaufgabe. Dies erfordert nicht nur neue Prozesse, sondern auch zusätzliche Kompetenzen und eine neue Denkweise. Interim Manager aus dem Finanzwesen mit Erfahrung in Veränderungsprozessen können Unternehmen dabei unterstützen, den Wandel der Finanzfunktion erfolgreich voranzutreiben. Interim Manager verfügen über ein umfassendes, strategisches Verständnis und sind es gewohnt, sich in operative Entscheidungen einzubringen und diese umzusetzen. Sie können in vielerlei Hinsicht einen Mehrwert liefern, sei es bei der Effizienzsteigerung, der Einführung neuer Systeme oder im Hinblick auf den Kulturwandel.“