04.03.2014 |  Studie

Manager-Rekrutierung: Was Führungskräften bei einem Jobwechsel wichtig ist

Work-Life-Balance spielt nicht nur bei der „Generation Y“ eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Arbeitgebers. Auch für Führungskräfte ist dies ein zunehmend wichtiger Faktor, direkt nach interessanten Aufgaben und einem Karriere- und Gehaltssprung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Personalberatung InterSearch Executive Consultants.

Für die Studie „Jobwechsel im Topmanagement“ wurden 150 Vorstände, Geschäftsführer und Bereichsleiter befragt. Unter den Aspekten, die die Entscheidung für den Wechsel in ein anderes Unternehmen beeinflussen, liegt ein herausfordernder Aufgabenbereich mit 94 Prozent klar an erster Stelle. Ein Schritt auf der Karriereleiter und ein höheres Gehalt werden von 92 Prozent der Befragten als wichtig erachtet. Mit 87 Prozent nimmt auch das Thema Work-Life-Balance einen sehr hohen Stellenwert ein. Dieses Kriterium wird als noch wichtiger erachtet als das Unternehmensimage sowie der Standort und die Branche des Arbeitgebers.

Viele Top-Manager sind wechselbereit, Erwartungen werden jedoch oftmals nicht erfüllt

Die Studie hat zudem die Wechselbereitschaft von Top-Managern sowie die Erfahrungen untersucht, die bei dem Wechsel des Arbeitgebers gemacht wurden. Demnach zeigen sich 62 Prozent der Befragten aufgeschlossen gegenüber einem Jobwechsel. Gleichzeitig zeichnet sich eine relativ hohe Verweildauer ab, insbesondere bei den über 45-Jährigen. In dieser Gruppe haben 33 Prozent in den vergangenen zehn Jahren nur einmal die Stelle gewechselt. Bei jüngeren Managern ist die Wechselbereitschaft tendenziell höher, so die Studie. Knapp die Hälfte der Befragten sieht in der aktuellen Position eine mittelfristige Station für zwei bis fünf Jahre. Gut ein Drittel ist jedoch an einer längerfristigen Beschäftigung von bis zu zehn Jahren interessiert.

Zwischen den Erwartungen und der Realität nach dem Wechsel kommt es immer wieder zu Diskrepanzen. Von den Befragten gaben 45 Prozent an, dass ihre tatsächlichen Aufgaben vom ursprünglichen Stellenprofil abweichen. Zwei von fünf Führungskräfte kritisieren eine zu hohe Erwartungshaltung des neuen Arbeitgebers bezüglich der Zielerreichung. Für 40 Prozent stellte sich die Unternehmenskultur anders dar als im Vorfeld durch das Unternehmen vermittelt wurde.

Die Studienautoren leiten folgendes Fazit ab: Nur mit einem guten Gehalt lassen sich auch auf Management-Ebene keine Top-Kräfte rekrutieren. Neben einer marktgerechten Bezahlung müssen Unternehmen schon im Vorfeld durch ein positives Image und eine nachhaltige, werteorientierte Unternehmenskultur überzeugen.