06.03.2014 |  Studie

Kienbaum: Zu wenig HR-Kompetenz bei DAX-30-Aufsichtsräten

Den Aufsichtsräten der DAX-30-Konzerne fehlt es an HR-Expertise. Dies hat die Managementberatung Kienbaum bei einer Analyse der Kompetenzprofile der Anteilseignervertreter in den jeweiligen Kontrollgremien festgestellt. Überzeugen können die Aufsichtsräte jedoch in den Feldern Strategie, Internationalität und Aufsichtsratserfahrung.

Lediglich drei der insgesamt 250 Vertreter der Kapitalseite in den DAX-30-Aufsichtsräten verfügen über ausreichendes Wissen und Erfahrung im Personalbereich. Mit den Aufsichtsratsgremien von Bayer, Henkel und der Allianz erfüllen gerade einmal zehn Prozent die Mindestanforderung in diesem Kompetenzfeld, so das Ergebnis der neuen Kienbaum-Studie „Farbe bekennen: Transparenz der Kompetenz im Aufsichtsrat“.

Gut bis exzellent aufgestellt sind die DAX-30-Aufsichtsräte hingegen in den Kompetenzfeldern Strategie und Steuerung, Internationalität und Aufsichtsratserfahrung. In 29 von 30 Kontrollgremien verfügen laut der Studie mehr als die Hälfte der Mitglieder über eine ausgewiesene Kompetenz im Bereich Strategie. Bei Daimler und Lanxess liegt der Anteil sogar bei 100 Prozent.

In puncto Internationalität erfüllen alle Unternehmen die Mindestanforderung, wonach mindestens ein Aufsichtsratsmitglied fünf Jahre internationale Erfahrung nachweisen oder eine ausländische Staatangehörigkeit besitzen muss. Auch in den Bereichen Finanzen-und Branchenexpertise erfüllen alle untersuchten Unternehmen die Mindestanforderungen. Danach muss mindestens ein Viertel der Mitglieder eine entsprechende Kompetenz nachweisen. Die im Hinblick auf ihre Kompetenzen am besten aufgestellten Aufsichtsräte finden sich laut der Studie bei der Deutschen Bank, der Allianz und E.ON.

„Neben der persönlichen Integrität ist eine ausgewiesene Fachkompetenz ein wesentlicher Aspekt guter Corporate Governance und die Grundvoraussetzung, der Kontrollaufgabe des Aufsichtsrats gerecht zu werden“, so Martin Franssen, Gründer und Geschäftsführer von interim-x.com. „Die Maßnahmen, die in den vergangenen Jahren ergriffen wurden, um die Aufsichtsratsarbeit zu professionalisieren, scheint Früchte zu tragen, auch wenn die wenigsten DAX-Konzerne über verbindliche Kompetenzprofile verfügen. Angesichts der Tatsache, dass der Aufsichtsrat für die Auswahl des Top-Managements zuständig ist, sollte die Kompetenzlücke im HR-Bereich dringend geschlossen werden. Denn personelle Fehlentscheidungen können nicht nur teuer werden, sondern auch zu erheblichen internen und externen Irritationen führen.“