24.04.2014 |  Studie

Internet-Auftritt von Konzernen oftmals zu oberflächlich

Wie gut nutzen die 100 größten deutschen Unternehmen ihre Webseite? Dieser Frage ist die Kölner Unternehmensberatung NetFederation nachgegangen. Demnach haben die meisten Unternehmen die Bedeutung der Homepage als zentrales Kommunikationsinstrument zwar erkannt und bieten professionell aufbereitete Informationen an, doch gibt es in einigen Punkten noch Nachbesserungsbedarf.

„Monolog statt Dialog“, so das Fazit der aktuellen Corporate Benchmark-Studie, mit der NetFederation jährlich die Corporate Websites großer deutscher Unternehmen auf Trends und ungenutzte Potenziale in der Online-Kommunikation untersucht. So ist sich der Großteil der Unternehmen der strategischen Relevanz der digitalen Außendarstellung bewusst, allerdings fehlt es vielen Webseiten an einem einheitlichen Gesamtbild. Die Auftritte der untersuchten Bereiche Corporate Social Responsibility (CSR), Investor Relations, Media Relations und Karriere sind für sich betrachtet sowohl optisch ansprechend als auch größtenteils inhaltlich relevant, es fehlt jedoch die Integration im Gesamtkontext.

Inhaltlich sollte laut der Studie vor allem bei der Darstellung der Nachhaltigkeitsaktivitäten nachgesteuert werden. Häufig dominieren hier Bilder, auf 33 Prozent der Webseiten fehlt die Nennung konkreter Ziele, 38 Prozent der Unternehmen gibt keine Informationen, mit welchen Maßnahmen die Ziele erreicht werden sollen. Im Karrierebereich gibt es ebenfalls Potenzial. Zwar bieten viele Unternehmen zielgruppenspezifische Einstiege, allerdings fehlt bei 82 Prozent das Nutzenversprechen, warum sich der Bewerber ausgerechnet für dieses Unternehmen entscheiden sollte. Ein Positivbeispiel ist die überzeugende Argumentation von Fresenius.

Laut der Studie gibt es zudem Nachholbedarf bei der Einbindung der Social Media-Kanäle. Diese werden häufig nur eindimensional integriert. Ein wirklicher Dialog, bei dem auch die Stakeholder Gelegenheit erhalten, direkt zu Wort zu kommen, findet nur selten statt. Ein weiteres Manko: Trotz der wachsenden Nutzung des Internets über Smartphones und Tablet PCs wird die mobile Optimierung der Webseiten nicht konsequent genug umgesetzt.

Am besten abgeschnitten hat der Internet-Auftritt von RWE, gefolgt von der Deutschen Post und Henkel. RWE konnte vor allem im Bereich CSR sowie durch das ansprechende Design und den benutzerfreundlichen Aufbau der Webseite überzeugen.