16.09.2013 |  interim-x.com inside

Fünf Fragen an Martin Franssen, Gründer und Geschäftsführer der Interim Excellence GmbH

Der studierte Betriebswirt und Gründungs-Vorstandsmitglied der Dachgesellschaft Deutsches Interim Management (DDIM) war selbst mehr als zehn Jahre erfolgreich als selbständiger Interim Manager in Deutschland und im Ausland tätig. Die Redaktion von interim-x.com hat ihn gefragt, was hinter der innovativen Idee des neuen Markplatzes steckt.

Herr Franssen, was hat Sie zu diesem neuen Geschäftsmodell bewegt?

Als ich im letzten Sommer im Englischen Garten joggte und ein tolles HR-Projekt, das ich bei Heraeus leitete, dem Ende zuging, stellte sich mir die Frage der Fragen aller Interim Manager: Wo kommt das nächste Projekt her? Diese Frage ließ mich noch schneller laufen. Ich stellte mir einen hocheffizienten Online-Marktplatz für Interim Management vor, zu dem nur nachweisbar hochqualifizierte Interim Manager Zugang haben, der transparent ist und sowohl für Interim Manager als auch für Unternehmen im Vergleich zu Providern unschlagbar günstig ist. Aus diesem Gedanken wurde ein Geschäftsmodell. Ich konnte sehr schnell Investoren für die Idee begeistern. Mit diesen Zutaten baute ich zusammen mit meinem Mit-Geschäftsführer Arne Plocher ein großartiges Team und ein großartiges Produkt auf. Das ist die Geschichte in Kürze. Grundlegende Neuerungen entstehen häufig aus der Unzufriedenheit mit dem Bestehenden – interim-x.com ist dafür der klare Beweis!

 

 

Was sind die Marktprinzipien von interim-x.com?

Sie sind erstaunlich einfach. 

Erstens sind Mitgliedsunternehmen für andere Unternehmen nicht sichtbar. Das hat einen ganz einfachen Hintergrund: Für ein Unternehmen, das beispielsweise ein sensibles Projekt bei interim-x.com veröffentlicht, ist es mehr als unschön, wenn Wettbewerber oder Kunden das sehen.

Zweitens können nur Interim Manager, die sich erfolgreich bei uns akkreditiert haben und damit einen soliden Nachweis ihrer Leistungen und Fähigkeiten erbracht haben, unseren Marktplatz aktiv nutzen. Für den Akkreditierungsprozess haben wir ein professionelles Team an Bord geholt. Die Mitarbeiter kommen alle von namhaften Executive Research Firmen oder von Providern.

Diskretion spielt auch bei den Interim Managern eine große Rolle: Der Interim Manager kann die Profile anderer Interim Manager nicht einsehen. Die Mitgliedsunternehmen sind ebenfalls nicht sichtbar, die akkreditierten Interim Manager sehen nur deren Projekte. Diese sind in der Regel anonymisiert und erlauben keinen Rückschluss, um welches Unternehmen es sich handelt. Es ist nachvollziehbar, dass ein mittelständisches Unternehmen, das einen Restrukturierer sucht, ein solches Projekt anonymisiert veröffentlichen möchte. Erst wenn der Interim Manager sich auf das Projekt beworben hat und in die engere Auswahl gekommen ist, werden die Details und Hintergründe mitgeteilt. 

 

 

Was macht interim-x.com so einzigartig?

Bisher kommen Nachfrage und Angebot von hochqualifizierten Interim Managern im Internet in der Form noch nicht zusammen. Nur circa drei Prozent des jährlichen Honorarvolumens für Interim Management werden über das Internet vermittelt beziehungsweise angebahnt. Das bedeutet, das Internet wird als Distributionskanal für Interim Management noch nicht systematisch genutzt. Eine Alternative ist die Nutzung eines Providers. Eine sehr teure Alternative, die sicherlich auch weiterhin ihre Legitimation haben wird. Beispielsweise bietet Atreus als Marktführer unter den Providern sicherlich einen großartigen Service, dies aber auch zu entsprechenden Preisen. Wir bieten einen großartigen Service zu einem Bruchteil der Kosten.

In den Unternehmen findet derzeit ein Umdenken statt. Ich beobachte zwei wesentliche Trends.

Zum einen nutzen immer mehr Unternehmen das „E-Recruiting“ zur online-gestützten Personalsuche. Xing machte im ersten Halbjahr dieses Jahres alleine 39,9 Millionen Euro Umsatz mit elektronischen Dienstleistungen. Vor allem die online-gestützte Personalsuche trug zu dem Wachstum bei. Das zeigt: Personalabteilungen nutzen immer häufiger das Internet als schnelles, effizientes Recruiting-Instrument. Genau da setzen wir mit unserem hocheffizienten Marktplatz an, der passgenau auf die Anforderungen von Unternehmen und Interim Managern ausgerichtet ist.

Eine weitere Entwicklung, die uns positiv stimmt, ist die Tatsache, dass Unternehmen den „War for talents“ zunehmend nicht mehr durch Dritte führen, sondern eigene Truppen in Form von Recruiting Center aufbauen. Auch hier geht es um den direkten Kontakt zu den Kandidaten, um Kosteneffizienz und eine höhere Transparenz. Auch der Glaube in das eigene Urteilsvermögen spielt eine Rolle, das heißt in die Fähigkeit, den richtigen Kandidaten zu finden und auszuwählen. Ich gehe davon aus, dass die meisten Unternehmen in der Lage sind, auch den für sie perfekt geeigneten Interim Manager direkt auszuwählen, wenn man ihnen die richtigen Instrumente an die Hand gibt.

 

 

Sie haben selbst viele Jahre als Interim Manager gearbeitet, stellen Sie eine Veränderung der Herausforderungen fest?

Ja, sicherlich. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und volatiler Märkte, die wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, müssen Unternehmen noch flexibler sein als bisher. Der Kostendruck wächst und die Flexibilisierung der Unternehmen kommt nicht von alleine. Sie ist eine der herausragenden Führungsaufgaben, deren Umsetzung häufig mit Unterstützung von Interim Managern erfolgt. Gleichzeitig steht bei immer mehr mittelständischen Unternehmen das Thema Nachfolge und Kulturwandel an. Unternehmen holen sich daher zunehmend Manager auf Zeit, um diese Transformationsprozesse zu gestalten. Als Interim Manager muss ich heute noch flexibler sein. Dabei hat die Flexibilität mehrere Dimensionen. Zum einen eine zeitliche, denn Interim Management ist definitiv kein „Nine to five“-Job. Dann ist da die räumliche Dimension in Form einer hohen Reisetätigkeit und sicherlich auch die Flexibilität, zeitgemäße Medien zum optimalen Eigenmarketing zu nutzen. Hier werden wir für Interim Manager einen großen Beitrag leisten und ihnen effiziente Instrumente auf interim-x.com zur Verfügung stellen.

 

 

Interim Management ist ein Wachstumsmarkt. Wo wird die Reise hingehen?

Die Zeichen stehen klar auf Wachstum. Das zeigen auch die Zahlen der DDIM. Im Jahr 2012 lag das Marktvolumen bereits bei beachtlichen 925 Millionen Euro. 2013 wird voraussichtlich die Eine-Milliarden-Marke geknackt: Für das laufende Jahr wird ein Honorarvolumen von 1,2 Milliarden Euro erwartet. Trotz dieser Entwicklung scheuen immer noch sehr viele Unternehmen die hohen Transaktionskosten, die bei der Vermittlung eines Interim Managers anfallen. Andererseits verfügen sie häufig in ihrem Netzwerk nicht über einen geeigneten Interim Manager und verzichten  auf das moderne HR-Instrument Interim Management. Vor diesem Hintergrund gehe ich davon aus, dass sich der Markt noch positiver entwickeln wird, wenn er transparenter und effizienter wird und die Transaktionskosten sinken. Hierzu wird interim-x.com einen aktiven Beitrag leisten. 

Herr Franssen, vielen Dank für das Gespräch.