04.02.2014 |  Markt

Führungskräfte: Diskrepanz zwischen Stellenprofil und Arbeitsalltag

Jede zweite Führungskraft in Deutschland zeigt sich nach einem Jobwechsel unzufrieden. Der Grund: Zwischen der Stellenbeschreibung und den tatsächlichen Aufgaben klafft eine große Lücke. Zu diesem Ergebnis kommt eine Befragung der Personalberatung InterSearch Executive Consultants.

45 Prozent aller Führungskräfte, die in den vergangenen zehn Jahren mindestens einmal den Arbeitgeber gewechselt haben, beklagen, dass die im neuen Job in Aussicht gestellten Aufgaben sich nicht mit der Realität decken. Unter Vorständen und Geschäftsführern haben sogar 50 Prozent diese Erfahrung gemacht, so die Studie „Jobwechsel im Topmanagement“, für die 150 Vorstände, Geschäftsführer sowie Bereichs- und Abteilungsleiter befragt wurden.

Zu hoch gesteckte Ziele seitens des Unternehmens und nicht erfüllte Erwartungen an die Unternehmenskultur tragen ebenfalls zur Unzufriedenheit nach einem Jobwechsel bei. Ein Drittel der Befragten berichtet zudem, regional bedingte kulturelle Unterschiede unterschätzt zu haben oder für den neuen Job andere Fachkenntnisse und Sozialkompetenzen zu benötigen.

Um Enttäuschungen dieser Art zu vermeiden, raten die Studienautoren dazu, Stellenprofile möglichst authentisch zu gestalten. Auch negative Punkte sollten im Bewerbungsprozess nicht verschwiegen, sondern an passender Stelle erwähnt werden. Auf diese Weise könne der Kandidat besser einschätzen, ob er auf die Stelle passt oder nicht. Eine strukturierte Einarbeitung mit regelmäßigem Austausch sei ebenfalls wichtig um festzustellen, ob die jeweiligen Vorstellungen sich decken.

„Eine realistische Beschreibung der Aufgaben und Anforderungen in einem Stellenprofil ist eine wesentliche Voraussetzung, um später Enttäuschungen auf beiden Seiten zu vermeiden“, erklärt Martin Franssen, Gründer und Geschäftsführer von interim-x.com. „Anstatt Anforderungsprofile in Form einer Wunschliste zu formulieren, ist es besser, sich auf einige wenige Qualifikationen und Kompetenzen zu beschränken, die für die Position besonders wichtig sind. Die Aufgabe sollte möglichst umfassend beschrieben werden und dem potenziellen Kandidaten eine konkrete Antwort auf die Frage zu seiner Rolle im Unternehmen geben. Dabei gilt, so präzise wie möglich, ohne nur Einzeltätigkeiten aufzulisten.“