29.04.2014 |  Studie

Fachkräftesicherung: Unternehmen fördern akademische Bildung

Deutsche Unternehmen engagieren sich jährlich mit Milliardenbeträgen für die Ausbildung von Studenten und eine bessere Ausstattung von Hochschulen. Vor dem Hintergrund des akuten Fachkräftemangels wollen Unternehmen auf diesem Wege frühzeitig potenzielle Nachwuchskräfte für sich gewinnen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie zur akademischen Bildung in Deutschland des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Rund 2,5 Milliarden Euro investieren die Unternehmen in Deutschland jedes Jahr in die akademische Bildung. Das sind 330 Millionen Euro mehr als noch 2011, so das Ergebnis der Studie, für die das IW Köln zusammen mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft alle drei Jahre untersucht, wie und in welchem Umfang Unternehmen einen Beitrag zu Hochschulausstattung, Stipendien und Stiftungsprofessuren liefern.

Am stärksten unterstützen die Unternehmen die Studenten selbst: Mit 2 Milliarden Euro fließt der Großteil der Zuwendungen in die Förderung von Stipendien, dualen Studienplätzen, Praktikumsangeboten und berufsbegleitenden Studienmöglichkeiten. 470 Millionen Euro gehen als Geld- und Sachspenden oder in Form von Sponsoring an die Hochschulen. Unter anderem werden Stiftungsprofessuren mit diesen Geldern finanziert.

Rekrutierung des Fachkräftenachwuchses

Laut der repräsentativen Studie ist die frühzeitige Bindung von Talenten das Hauptmotiv für das Engagement der Unternehmen. Vor dem Hintergrund des Fach- und Führungskräftemangels hat dies für fast 90 Prozent höchste Priorität. Das praxisorientierte Lernen zu stärken, das Wissen der Mitarbeiter aufzufrischen und die Leistungsträger im Unternehmen zu fördern sind für knapp 80 Prozent weitere wichtige Ziele. Nahezu 75 Prozent der Unternehmen erachten es zudem als wichtig, Mitarbeiter durch das Angebot akademischer Fortbildung an sich zu binden und auf künftige Führungspositionen vorzubereiten.

Reputation stärken

Mit der Förderung des akademischen Nachwuchses verfolgen die befragten Unternehmen auch allgemeinere Ziele. 72 Prozent der befragten Unternehmen erhoffen sich einen Reputationsgewinn als Förderer von Hochschulen und Studierenden. 56 Prozent gaben an, mit ihrem Engagement den Bildungsstandort Deutschland stärken zu wollen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Unternehmen mit einem Anteil an Hochschulabsolventen von mehr als 25 Prozent engagieren sie besonders intensiv. Das gleiche gilt für technologieorientierte Unternehmen mit einem starken Schwerpunkt in eigener Forschung und Entwicklung.