16.04.2014 |  Studie

Fachkräftemangel: Langfristige Personalplanung nur in wenigen Unternehmen

Insbesondere der Mittelstand rechnet mit einer weiteren Verschärfung des Fachkräftemangels. Obwohl ein Großteil der Betriebe über ein systematisches Personalmanagement verfügt, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, greift der Planungshorizont in vielen Fällen zu kurz, so die aktuelle Studie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“.

60 Prozent der Unternehmen in Deutschland gehen davon aus, dass sich der Wettbewerb um die besten Köpfe in den kommenden zwei Jahren verstärken wird. Nicht nur große, auch kleine und mittelständische Unternehmen setzen in diesem Zusammenhang auf eine gezielte Personalplanung. Insgesamt verfügen fast zwei Drittel über entsprechende Instrumente zur Mitarbeiterbindung, allerdings plant nur jedes fünfte Unternehmen länger als drei Jahre im Voraus. Zu diesem Ergebnis kommt die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BAMS) geförderte Studie „Arbeitsqualität und wirtschaftlicher Erfolg“, die vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) durchgeführt wurde.

Mitarbeiterbindung nimmt in den befragten Unternehmen einen hohen Stellenwert ein, so die Studie, für die 1.219 Personalverantwortliche und 7.508 Beschäftigte befragt wurden. In 71 Prozent der Betriebe finden mindestens einmal im Jahr Mitarbeitergespräche statt. 58 Prozent setzen auf eine leistungsabhängige, variable Vergütung. Diese Maßnahmen werden von den befragten Beschäftigten mehrheitlich positiv beurteilt und als Indiz für ein Interesse des Unternehmens an der persönlichen Weiterentwicklung der Beschäftigten gewertet. Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie: Kleinere und mittelständische Unternehmen haben einen deutlich höheren Frauenanteil in Führungspositionen als größere Firmen. Flexible Arbeitszeiten, Teilzeitangebote und spezielle Weiterbildungen sollen dies unterstützen.

Fachkräftemangel vor allem im Mittelstand

Die aktuelle Studie „Personaltrends im deutschen Mittelstand 2014“ der Baumann Unternehmensberatung zeigt auf, dass sich der Fachkräftemangel vor allem im Mittelstand weiter zuspitzen wird. Schon heute hat jedes zweite mittelständische Unternehmen Schwierigkeiten, offene Positionen zu besetzen. Jedes zehnte Unternehmen muss aufgrund von Personalmangel Aufträge ablehnen. Jedes vierte Unternehmen befürchtet, in Zukunft zu wenig qualifizierte Mitarbeiter zu haben. Neben einem Mangel an Spezialisten beklagt jedes zweite Unternehmen Probleme bei der Besetzung von Führungspositionen. Betroffen sind vor allem Unternehmen aus der Automobilbranche. 85 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass der Engpass in den kommenden Jahren verstärkt in der ITK-Branche zu spüren sein wird. Auch im Finanzsektor werden die Besetzungsprobleme weiter zunehmen.

Dazu Martin Franssen: „Die in den neuesten Untersuchungen skizzierten Trends spiegeln unsere Beobachtungen wider. Viele unserer Kunden auf Unternehmensseite sind im Mittelstand beheimatet und greifen bei der Überbrückung von Vakanzen, aber auch bei der Besetzung von Führungspositionen oder von Projekten für Sonderaufgaben auf das bewährte Instrument des Interim Managements zurück. Der befristete Einsatz eines erfahrenen Managers auf Zeit versetzt Unternehmen auch in Zeiten des Fach- und Führungskräftemangels in die Lage, wichtige Projekte voranzutreiben und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Für Interim Manager mit spezifischem Branchen-Know-how insbesondere in der Automobilindustrie und im Maschinenbau, aber auch in den Bereichen ITK und Finanzdienstleistungen bieten sich in den kommenden Jahren gute Perspektiven.“