07.01.2014 |  Markt

Bankenregulierung: Umsetzung von Basel III stellt Banken vor Herausforderungen

Nach mehreren Verzögerungen im Zeitplan für Basel III werden die neuen Eigenkapitalvorschriften für Banken nun ab 2014 bis 2019 schrittweise eingeführt. Experten zufolge sind vor allem kleinere Kreditinstitute auf die Unterstützung externer Fachleute angewiesen, um die Regulierungsmaßnahmen sach- und zeitgemäß umzusetzen.

Laut einer aktuellen Studie der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und des Bundesverbands deutscher Banken zeigen die verschärften regulatorischen Anforderungen im Bankensektor bereits Wirkung: Die deutschen Kreditinstitute verfügen heute über deutlich mehr Kapital- und Liquiditätsreserven als vor der Finanzkrise. Allerdings hat die Bankenregulierung auch ihren Preis: Die Umsetzung und Anwendung der neuen Vorschriften ist extrem aufwendig, die Gesamtkosten werden auf rund neun Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Die regulatorischen Anpassungen binden dabei erhebliche personelle Ressourcen. Allein 1,4 Milliarden Euro entfallen auf Sach- und Personalkosten, etwa für zusätzliche Fachleute. Die Gewinnung von Experten, die in den bankinternen Projekten unterstützen, ist laut der Studie eine der größten Herausforderungen. Während sich Großbanken und Sparkassen insgesamt gut vorbereitet fühlen, stehen kleineren Kreditinstituten meistens nur wenige Mitarbeiter für die komplexe Einführung zur Verfügung. Vor allem bei Häusern mit einer Bilanzsumme von weniger als einer Milliarde Euro sowie bei Genossenschaftsinstituten fehlt es nach eigenen Aussagen an der erforderlichen Expertise: Vier von zehn Instituten sind unsicher, welche Vorschriften für sie relevant sind. Jedes zehnte Institut hat zudem wenig Vertrauen in seine eigene Auslegungs- und Umsetzungskompetenz.

„Seit der Finanzkrise sehen sich Banken mit einer Vielzahl hochkomplexer Regularien konfrontiert – Mindestanforderungen an das Risikomanagement und an die Ausgestaltung von Sanierungsplänen, IFRS 9 und jetzt Basel III“, erläutert Martin Franssen, Gründer und Geschäftsführer von interim-x.com. „Viele Banken haben sich personell verstärkt, um ihre Systeme zur Risikofrüherkennung zu verbessern. Spezialisten werden zunehmend knapp. Gerade kleinere Institute sind jedoch für die Umsetzung von Basel III auf externe Unterstützung angewiesen. Interim Managern aus dem Bankenumfeld mit einer ausgewiesenen Expertise in den Bereichen Berichtswesen, Risikosteuerung und Compliance bieten sich damit hervorragende Perspektiven.“